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milliarden ereignisse während ich schlafe die erde schläft nicht ruht nicht dreht sich weiter unentwegt wenn ich erwache kreist neues um altes es zusammenzufügen ist meine aufgabe für den neuen tag |
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wenn worte fehlen finden blicke zueinander augen schliessen heisst nicht vergessen hände suchen im dunkel ich erkenne dich an deiner zärtlichkeit |
/// | zugefroren eisig trennt uns eine dicke schicht der erste schnee bedeckt kalte füsse die dir noch nahe sind nackt will ich erfrieren als die sonne stark wird taut der schnee das eis sinke zu dir hinab um zu ertrinken |
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an wen ich bete also glaube ich ich glaube also hoffe ich ich hoffe also warte ich ich warte also lebe ich ich lebe also liebst du mich |
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frei vertrocknete blumen flammen auf staubiger haut der brunnen ist leer meine tränen zogen das salz deine hände waschen sich rein |
| fleissig ernten wir früchte nicht schauend auf blätter die das grün der hoffnung zeigen die früchte verzehrt in zeiten der gier er blüht nicht mehr gefällt durch zürnende götter verschwandt der baum im nichts |
/// | geh sagt mein ich damenhafte gedanken verliere ich im galopp ich will doch die füsse sind wund bleib stehen standhaft mannbar inmitten der wahlveranstaltung zwischen leben und tod |
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sie tanzen auf der spitze der flamme in brennenden strassen einer entladenen welt keiner lenkt mehr den verkehr weisse haut riecht nach patchuli schwarze herzen sind verbrannt träge engel nur schlagen müde mit den flügeln vertreiben den rauch überholen zwecklos zusammenstoss vorprogrammiert verlasse diese strassen lebe in dir |
/// | nach dem regen runde feiste vollmondgesichter spiegeln sich in riesigen pfützen ich trete hinein lass sie erzittern springe dann darüber hinweg |
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tropfen fuer tropfen geht unter mein blut vermischt mit spuren von seelen im ozean der zeit rinnt wie sand durch die uhr ohne ende wenn sie gedreht wird durch dich |
| als es tag wurde baten sie den mond gib uns dein silber als sie es hatten blieb ihnen nur noch das schwarz in der nacht |
/// | ein blumengebinde das dritte was sie trägt in den augen glänzende traenen die stimme bricht im takt noch wiegt sie sich im hochzeitstanz jede blume scheint ein ton sie öffnet die schenkel gehen kann sie erst wenn diese wieder geschlossen sind |
/// | eingeschlossen im kubus sitze ich und warte so lange schon als alle seiten sich öffnen sehe ich die freiheit ich fliehe nicht sitze und warte bis ich vergehe |
/// | es sagte mir im traum der weise mann stehe auf nimm dein bett und gehe heim da nahm ich die zügel gab dem pferd die sporen und fand die glückseeligkeit |
// | gespannt greift er nach dem bogen gespannt gleitet er über sie hinweg die melodie kennt sie gut oft ward sie erzeugt und verklang die seiten sind vielfach zersprungen doch immer aufs neue gespannt sie klingt ewig diese alte melodie |
| anders geboren zu boden liegend fliegt darüber was anders ist lässt neues entstehen bis die gleichheit die zeit aufhebt |
/// | flammendes licht findet mich schwerelos schweb ich vorbei an der schönheit der ahnen spür die weichheit und wärme eines anderen seins ein sanfter sog lässt mich los als eine stimme mich ruft aus dem jetzt bin ich zurück |
/// | röstfein tiefschwarz reibt er seine stärke an zartem bisquitporzellan züngelnde flammen verbrennen den geist ein anblick der mich erfreut ein genuss der mir kraft gibt für den abend mit dir |
/// | sei gegrüsst holder jüngling deine schönheit freut mich schaust herab trägst die tage des oktobers in mein haus bis er altert dann reisse ich dich ab fuer den schönsten des jungen novembers |
/// | von den steinen ein stein fällt vom herzen denn steine sind nicht nur hart und unerbittlich tödlich und schwer glühend oder kalt steine können auch häuser entstehen lassen glück bringen wunderschön sein erweichen steine sind die gebeine der erde |
| ich fange auf halte fest schmale hände legen sich schützend um das rund durchsichtig zerbrechlich schwebend die dunkelheit kommt kalter regen umspült was ich aufgefangen festgehalten die seifenblase zerspringt |
/// | ein fecher über uns bringt den schatten einer wolke leicht bewegt wie ein store im wind schiebt kühle luft durch heisse träume wir gehen nicht doch verbrennen unsere füsse im sand |
/// | aus dem schutze des schosses tauche ich ein in einen ozean voller tränen durchlaufe einen wald voller dunkler schatten und schriller stimmen stehe am rand eines feldes saat und erntelos finde mich wieder unter einem baum ohne blätter und früchte ich suche die schlange den apfel adam ist nur ein gedanke ich bin allein das ist nicht die welt von der geschrieben steht wer bist du der mich nicht verstehen lässt |
/// | ich liebe diesen augenblick leise stimmen sprechen worte in finstere säale verhallen ohne resonanz ein mann der mich trifft am herzen vorbei mit pfeilen aus amors abfalleimer geschnitzt in zeiten da gott noch kind eines universums zu früh doch zu spät für mich |
/// | als der hahn dreimal krähte hat man dich verraten heute hört man ihn ständig |
Kein Licht ist so hell, dass ich es wirklich erkenne.
Trüb, matt, grau, bewegungslos starrt es mich jeden Tag an. Nachts verschwindet es. Dann sehe ich mich zwischen Anfang und Beginn. Ich suche nach Händen, die Gesichter malen. Meine Mutter hat solche Hände. Doch sie mahlen nur noch Kaffeebohnen und Pfefferkörner. Die Farben sind vertrocknet, die Pinsel hart. Ich greife ins Schwarz des Himmels, ins Gold der Sterne. Verzweifelt versuche ich es mit in den Tag zu nehmen. Der morgen ist trüb, matt, grau, bewegungslos. Schwarz ist nur der gemahlene Pfeffer im Kaffee und golden der stumme Blick im Spiegel seiner Oberfläche. Kein Mensch mag das.
Doch meine Mutter mahlt Pfefferkörner und Kaffeebohnen für ein Leben.
Sommer die Fäden spinnen sind alt.
Mein Sommer war es. Ich bin gerade im 11. Semester meines Lebens. Du fragst, wie alt man da ist? Der eine ist dreissig, der andere fünfzig. Ich sage, ich bin 44. Ein Semester verbindet vier mal vier Jahreszeiten. Der Sommer ist wohl immer länger, als der Winter. Daher weiss ich nicht genau, wie alt man da wirklich ist. Ich weiss nur, dieses Studium geht nie vorbei. Die Prüfungen sind unehrlich und nicht lösbar, benotet durch den schlimmsten aller Lehrmeister. Ich bin gerade mal wieder durchgefallen. Partnerschaft, hiess das Fach. Ich glaubte, es nach dem vierten Anlauf nun endlich belegen zu können. Aber wieder war die Grundlage, die ich dafür geschaffen hatte zu schwach.
Der Federweisse ist längst ausgetrunken. Die Esskastanien verbrannt und weggeworfen. Ein Mann sieht mich aus halbgeschlossenen Augen an. Sein Blick streichelt über mein Gesicht hin zu meinem Arm und will hinab steigen zu meinem Herzen. Ich schliesse meine Jacke und lege die Hände auf meine Knie, als müsste ich sie festhalten oder wärmen. Ohne Worte zieht der Mann ein silbernes Feuerzeug aus seiner Jackentasche und entfacht es. Er hält es für Sekunden neben meine Zigarettenschachtel. Gerade erst geraucht, greife ich zur nächsten Zigarette. Rote Glut wird sichtbar. Die Verbindung ist da. Worte, die ich nicht recht verstehen kann zerstören die Ruhe. Irgendwie klingen sie gut, diese Worte. Freundlich und fast liebevoll sagt er "Prego Signora". Der Rest der Worte verschwindet im Rauch. Er weiss sicher, dass der Sommer schon alt ist. In Italien sind die Sommer länger, sind die Sommer auch wärmer und weniger mit trübem Grau durchzogen.
Ich male eine Sanduhr auf die verstaubte Tischplatte. Er lächelt nur und dreht sie um. Der Sand rieselt langsam und leise. Ich kann nichts dagegen tun. Nun weiss ich es. Sommer die Fäden spinnen sind schön.
Qual der Wollwahl
"Zwei links, zwei rechts" sagt die Großmutter. Nur nichts fallen lassen. Runde für Runde. "Wo ist denn nur das Grün?" Unters Sofa gerollt. Und das Kreuz schmerzt. Bücken geht nicht. "Ich nehme Braun". "Braun verfärbt" sagt der Sohn. "Dann nehme ich Rot". "Rot filzt" sagt die Tochter. Zwei links, zwei rechts. "Ich hätte da auch noch Schwarz." "Schwarz trägt man nicht in dieser Saison" sagt der Großvater. Patentmuster. Wie ging nur Patentmuster? Zwei links, zwei rechts. "Glattgestrickt ist out" sagt der Enkel.
Und die Katze rollt sich und spielt mit der Wolle, bis alles verfitzt ist.
Nun sagt die Großmutter, "Stricken ist out. Ich ziehe meinen alten Pullover an, bis er zerreißt".
Wortlos blicke ich auf das Meer.
Tausend Schiffe streiten sich
um die Einfahrt in den Hafen. Es ist Zukunft. Du bist nicht mehr da.
Alles ist tot.
Nur ich stehe noch in mitten einer Welt. Ich weiß nicht einmal,
ob sie sich dreht. Alles ist anders. Häuser verschwinden im Wasser.
Straßenzüge, Fahrzeuge, Menschen, Tiere, es gibt sie nur noch in Büchern.
Ja, Bücher gibt es.
Sie sind gestapelt, turmhoch, auf der längsten Treppe,
die ich je sah. Sie steigt aus dem Meer. So hoch, dass ich nicht weiß, wo sie endet.
Ich habe Angst. Angst, die Bücher könnten herabstürzen
und auch mich töten. Die Schiffe dröhnen um die Wette.
Neptun hat gesiegt.
Weglaufen kann ich nun nicht mehr. Ich steige die Treppe ein Stück nach oben und mir wird bewusst, mein Leben war nur ein Traum. Wolken über mir.
Ja, es gibt ihn noch, den Himmel. Es gibt nur noch Luft und Wasser und Schiffe.
Tausend Schiffe.
Die Zeit ist vorbei. Die Angst verschwindet. Ich werde ewig sein,
ohne zu fühlen.
Das fahle Licht einer Strassenlaterne fällt müde auf ihre Schuhe.
Sie sind rot geworden, in dieser Zeit. Es ist nicht ihre Zeit. Es ist die Zeit der einsamen Herzen, die Zuflucht suchen bei ihr. Das Glück ist rar geworden. Nur noch der Hunger nach Liebe ist übrig geblieben. Ein wenig Wärme spendet die Sonne am Tag. Aber auch sie verschwindet öfter, als sonst hinter einer dicken, grauen Wolkendecke. So steht sie Nacht, für Nacht und wartet. Sie wartet auf ihn. Männer in Uniform holten ihn eines Tages aus ihren Armen. Er wollte doch nur leben mit ihr. Nur einen kleinen Anteil vom Glück. Sie hatten es so oft versucht. Versucht, mit ehrlicher Arbeit. Keiner hört zu. Sie sagt also nichts mehr. Schliesst einfach die Augen. Nacht für Nacht. Manchmal ähneln sie ihm fast ein wenig. Dann träumt sie dabei. Doch der Geruch des fremden Aftershafes bringt sie immer in die Realität zurück. Dann sieht sie nur noch die Scheine auf dem Bett, die sie hastig an sich nimmt. Es sind schon viele. Ihre Arbeit ist gut. Das Licht der Strassenlaterne erlischt, wie schon so oft. Dann stellt sie die Schuhe unter ihr Bett. Es ist nichts mehr von Ihnen zu sehen. Und sie geht in den Tag. Sie räumt im Supermarkt Regale ein.